Südosteuropa-Tag bei der IHK Chemnitz

Am 12. März 2012 – von 10 bis 14 Uhr – veranstaltet die IHK Chemnitz einen Südost-europa-Tag zu den Ländern Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina. Die EU-Beitrittskandidaten bieten zahlreiche Investitions- und Kooperationsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen. Das Programm wird in einer Diskussionsveranstaltung von Außenhandelskammern, Regierungsvertretern und deutschen Unternehmern vor Ort präsentiert.
Nach der Veranstaltung besteht die Gelegenheit, zu einem persönlichen Gespräch mit den Referenten.
Es wird eine Gebühr von 25 € pro Teilnehmer erhoben, die Tagungsmaterialen etränke und einen Imbiss beinhaltet.

 

Keine Änderungen der Steuersätze im laufenden Jahr in Serbien zu erwarten

Nach einem Bericht der SEEBIZ vom 19. April 2010 sind in diesem Jahr eine Serbien keine großen Änderungen zu erwarten, was die derzeitigen Steuersätze anbelangt. Dazu wird Premier Cvetkovic zitiert, der darauf hinweist, dass eine Steuerreform in der Regel zur mittelfristigen Steuersenkung dient. Eine solche ist in der derzeitigen Krise aber nicht in Sicht.

Auch die Finanzministerin Diana Dragutinovic geht davon aus, dass steuerliche Änderungen erst wieder bei der Haushaltsplanung 2011 ein Thema sein werden. Die zwischenzeitlich diskutierte Änderung der Mehrwertsteuersätze ist damit endgültig vom Tisch.

Doch keine MWSt-Erhöhung in Serbien?

Laut einer Meldung der Internetportals EMportal hat der serbische Premierminister Mirko Cvetkovic bestätigt, dass die Regierung keine MWSt-Erhöhung vorschagen werde, sondern versuchen werde, das Haushaltsdefizit durch Kosteneinsparungen zu beseitigen. Er sei überzeugt, dass darüber auch mit dem Internationalen Währungsfonds Einigung erzielt werde.

Aus der Meldung kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Regierung dem IWF den Schwarzen Peter für eine spätere MWSt-Erhöhung zuschieben möchte.

Steuererhöhungen bald auch in Serbien?

Nachdem Kroatien mit Steuererhöhungen vorgeprescht, um das Haushaltsdefizit im Zaum zum halten, haben sich nun auch der Gouverneur der Nationalbank Serbiens Jelašic und die Finanzministerin von Serbien Dragutinovic für Steuererhöhungen  ausgesprochen. Während Jelašic sich klar für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer (PDV) stark macht, setzt die Finanzministerin zunächst auf eine Lohnsteuererhöhung, schließt aber auch die Einhrung eines ermäßigten MWSt-Satzes auf Lebensmittel und andere umsatzsteuerliche Maßnahmen nicht aus, falls es das Budget erforderlich macht. Schließlich wird in diesem Zusammenhang auch über die Einführung von neuen Verbrauchsteuern diskutiert.

Die Arbeitgeber hingegen betonen weiterhin die Notwendigkeit von Steuersenkungen, um die Wirtschaft zu stimulieren.

Angesichts der Dringlichkeit der Angelegenheit ist nach der Sommerpause mit baldigen Maßnahmen der Regierung zu rechnen.

Rechnungslegung in Serbien

Der Rechtsrahmen für die Rechnungslegung in Serbien ist im „Gesetz über die Rechnungslegung und Revison“ (Amtsblatt Nr. 46/2006 der Republik Serbien) geregelt.

 

1. ANWENDUNGSBEREICH

Das Gesetz gilt für juristische und natürliche Personen, die eine wirtschaftliche Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht ausüben (mit Ausnahme selbständiger Kleinunternehmer/Freiberufler, die nicht der doppelten Buchführung unterliegen). Nutzer öffentlicher Mittel, kirchliche Vereinigungen und Sozialversicherungsträger fallen nicht unter das Gesetz.

Die Unternehmen sind in Anlehnung an die EU-Vorschriften in drei Größenklassen eingeteilt, woraus sich unterschiedliche gesetzliche Pflichten ergeben:

Kleinunternehmen:

– unter 50 Beschäftigte

– Erlöse unter 2.5 Mio. € jährlich

– Wert des Vermögens (Bilanzsumme) < 1 Mio. €

Mittlere Unternehmen:

– 50 bis 250 Beschäftigte

– Erlöse 2.5 bis 10 Mio. €

– Wert des Vermögens (Bilanzsumme) 1 bis 5 Mio. €

Großunternehmen:

– über 250 Beschäftigte

– Erlöse über 10.000.000 €

– Wert des Vermögens (Bilanzsumme) über 5 Mio. €

Voraussetzung für die Einordnung ist die Erfüllung mindestens zweier Kriterien im Vorjahr. Banken und Finanzorganisationen gelten grundsätzlich als große Unternehmen, Einzelunternehmer/Selbständige als kleine Unternehmen.

 

2. BUCHHALTUNG UND AUFBEWAHRUNGSPFLICHTEN

Der Kontenrahmen ist für die verschiedenen Gruppen der

– Unternehmen, Genossenschaften und Selbständigen

-Versicherungsorganisationen

– Börsen und Börsenmakler

– Banken und andere Finanzorganisationen

gesetzlich verbindlich vorgeschrieben. Die Ordnungsrichtlinie dazu wurde wegen des neuen Rechnungslegungsgesetzes nur unwesentlich geändert.

Die Aufbewahrungsfristen für Jahresabschlüsse und Prüfungsberichte betragen 20 Jahre, für Journal und Hauptbuch zehn Jahre, für Hilfsbücher, Belege und Bankunterlagen fünf sowie für Verkaufs- und Kontrollblocks zwei Jahre.

 

3. BILANZIERUNG

Bilanzierungsgrundsätze:

Das Rechnungslegungsgesetz kennt keine eigenen Bilanzierungsgrundsätze, sondern verweist statt dessen auf die International Accounting Standards (IAS)/ International Financial Reporting Standards (IFRS).

Bilanzerstellung

Bisher durften nur zertifizierte Bilanzbuchhalter den Jahresabschluss erstellen. Dieser Berufszweig wird abgeschafft. Im neuen Gesetz gibt es dagegen nur mehr die Berufsbezeichnungen des Wirtschaftsprüfers und des (bevollmächtigten) internen Revisors, die beide eine besondere Fachprüfung ablegen müssen.

Jahresabschluss

Der Jahresabschluss ist grundsätzlich für das Kalenderjahr zu erstellen. Für Tochtergesellschaften von ausländischen Müttern, die zeitlich abweichend bilanzieren, kann beim Finanzministerium bzw. der Nationalbank ein abweichendes Wirtschaftsjahr beantragt werden.

Der Jahresabschluss besteht aus

Bilanz

Gewinn- und Verlustrechnung

Kapitalflussrechnung

– Bericht über die Entwicklung des Eigenkapitals

Anhang

– und statistischer Anlage.

 

4. JAHRESABSCHLUSSPRÜFUNG

Eine Jahresabschlussprüfung ist für mittlere und große Unternehmen sowie für Emittenten von Wertpapieren vorgeschrieben.

Wirtschaftsprüfungsgesellschaften müssen eine Lizenz des Ministeriums für Finanzen besitzen. Ihre Wirtschaftsprüfer dürfen nicht dem Einfluss irgendwelcher anderen Personen und Interessengruppen unterliegen. WP-Gesellschaften müssen mindestens drei Wirtschaftsprüfer im Arbeitsverhältnis für die Prüfung von großen Gesellschaften und mindestens einen für die Prüfung von mittleren Gesellschaften beschäftigen .

Eine WP-Gesellschaft darf nur fünf Jahre in Folge eine Gesellschaft prüfen, bei Prüferrotation weitere fünf Jahre.