Personal in Zagreb gesucht? – Zwei qualifizierte Buchhalterinnen in Zagreb suchen neue Herausforderung

Durch meine frühere Tätigkeit in Kroatien erhalte ich immer wieder Anfragen von lokalen Finanzfachleuten, die eine Beschäftigung bei deutschen/österreichischen/schweizerischen Unternehmen suchen.

Wenn ich die Leute persönlich nicht gut kenne, möchte ich natürlich keine Empfehlung aussprechen. In diesem Fall mache ich aber eine Ausnahme, da beide Kandidatinnen jahrelang in meinem Büro in Zagreb gearbeitet haben.

Bei Damen sind mittleren Alters und haben reichlich Berufserfahrung – auch in internationalen Firmen. Während erstere nach ihrem Mittelschulabschluss den Berufseinstieg suchte und sich praktisch als Buchhalterin qualifizierte, beendete ihre Kollegin ein Wirtschaftsstudium und begann anschließend ihre Tätigkeit im Rechnungswesen. Naturgemäß beschäftigt sie sich mehr mit Jahresabschlüssen als mit der laufenden Buchhaltung und ist in der Lage, einen kompletten Jahresabschluss für eine GmbH einschließlich Steuererklärungen zu erstellen.

Beide Damen sprechen passabel Deutsch  und fügen sich gut in den Kollegenkreis ein. Am liebsten würden sie zusammen „im Paket“ wechseln.

Bei Interesse senden Sie ganz einfach eine E-Mail an steuerberater-muenchen@email.de oder rufen mich an.

Steuerliche Änderungen zum 1.7.2010 in Kroatien

Der letztes Jahr als so genannte Krisensteuer eingeführte prozentuale Zuschlag zur Einkommensteuer wird mit Wirkung ab dem 1. Juli 2010 – zumindest teilweise – wieder abgeschafft. Dies betrifft sowohl Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit, selbständiger Tätigkeit, Renten als auch andere Einkünfte. Das Änderungsgesetz wurde in den Narodne Novine (Amtliches Gesetzblatt) Nr. 56/2010 veröffentlicht.

Bei einem monatlichen Bruttogehalt von 3.000,01 bis 6.000,00 HRK entfällt der bisherige Zuschlag von 2 %. Im Gehaltsbereich über 6.000,00 HRK monatlich bleibt der Krisenzuschlag von 4 % noch bis zum 31. Oktober 2010 in Kraft. Anschließend entfällt die Sondersteuer auch für diesen Gehaltsbereich.

Damit wird die Krisensteuer, deren Anwendung ursprünglich bis zum 31.12.2010 geplant war, – bis auf die MWSt-Erhöhung – vorzeitig wieder abgeschafft.

Zuletzt diskutierte Steueranreize für eine Windpark Beteiligung dürften vorerst vom Tisch sein.

Kroatien reformiert das Umsatzsteuergesetz

Im Zuge der Anpassung der lokalen Rechtsvorschriften an die Anforderungen der EU-Richtlinien, hat der kroatische Sabor im September 2009 eine Mehrwertsteuerreform verabschiedet, die mit Wirkung ab dem 1.1.20010 anzuwenden ist.

Danach müssen sich ausländische Unternehmer, die in Kroatien steuerpflichtige Umsätze ausführen, mehrwertsteuerlich registrieren lassen und einen Fiskalvertreter bestimmen, der ihre steuerlichen Pflichten – einschließlich der Begleichung von Steuerschulden – in ihrer Stelle erledigt.

Andererseits können sich ausländische Unternehmer in Zukunft kroatische Vorsteuern auf Basis der Reziprozität – die z.B. mit Deutschland gegeben ist – erstatten lassen ( was bisher nur für Messekosten möglich war).

Schließlich wurde in die Reform auch schon das ab 2010 innerhalb der EU anzuwendende neue Regime zur Bestimmung des Ortes der sonstigen Leistungen eingearbeitet.

Kroatien passt Abgabenordnung an EU-Erfordernisse an

Mit Wirkung ab dem 1.1.2009 wurden zwei neue Kapitel in die Abgabenordnung Kroatiens eingefügt, welche die Anpassung an die EU-Vorschriften gewährleisten sollen.

Im neuen Kapitel VIII wird die behördliche Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten der EU auf dem Gebiet der Steuern neu geregelt. Danach werden Anfragen von Steuerbehörden der EU gleich behandelt wie Anfragen kroatischer Behörden. Verordnungen der EU zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Mehrwertsteuer sind direkt in Kroatien anzuwenden.

Das neue Kapitel IX der Abgabenordnung befasst sich mit dem Informationsaustausch zwischen den Mitgliedsstaaten der EU über Zinszahlungen aus Kapitaleinkünften.

Die beiden neuen Kapitel sind ab dem Beitritt Kroatiens zur EU anzuwenden.

Der vorauseilende Gehorsam Kroatien in Sachen Amtshilfe wird sicherlich von den EU-Bürokraten wohlwollend zur Kenntnis genommen. Aus der Sicht des Steuerpraktikers wäre aber die Regelung der Vorsteuervergütung an ausländische Unternehmer eine weitaus dringlichere Frage gewesen, die sofort geregelt werden sollte, nicht erst mit der Aufnahme in die Europäische Union.

Mehrwertsteuer-Erstattung in Kroatien

Seitdem die Staaten Südosteuropas das Mehrwertsteuersystem eingeführt haben, stellt sich auch für ausländische Unternehmer die Frage der Vergütung der in diesen Länder gezahlten Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer).

Als eines der ersten Länder hat Kroatien in Artikel 21 Abs. 2 MWStG die Ermächtigung für das Finanzministerium dafür geschaffen, eine Durchführungsverordnung zur Erstattung der Mehrwertsteuer an ausländische Unternehmer zu erlassen.
Während die Erstattung der Mehrwertsteuer im Reiseverkehr (Privatleute) sofort anwend- und durchführbar war (für Rechnungen ab 500 HRK), dauerte es mehrere Jahre bis die kroatische Finanzverwaltung eine Änderung der Ordnungsrichtlinie zum Umsatzsteuergesetz (Mehrwertsteuergesetz) durch Einfügen eines neuen Artikel 126a erließ, so dass auch ausländische Unternehmer in den Genuss der Vorsteuer-Vergütung kommen konnten.
Obwohl das Mehrwertsteuergesetz keine Vorgabe dazu machte, wurde die Mehrwersteuer-Erstattung auf Messekosten beschränkt. Als Konsequenz dazu wird Kroatien nicht in der Liste der Staaten mit Gegenseitigkeit des Bundeszentralamtes für Steuern geführt, so dass kroatische Unternehmer keine Vorsteuer-Vergütung in Deutschland mehr beantragen können.
Der Antrag auf die Erstattung der Mehrwertsteuer aus Messekosten ist bis zum 30. Juni des Folgejahres beim Finanzministerium in Zagreb zu stellen. Dazu wurden zweisprachige Vordrucke (kroatisch/englisch) herausgegeben, deren Nutzung verbindlich ist.
Dem Antrag ist eine Bestätigung über die Eigenschaft als umsatzsteuerlicher Unternehmer der zuständigen ausländischen Finanzverwaltung beizufügen.
Der Antrag kann vom ausländischen Unternehmer selbst oder einem inländischen Bevollmächtigten an seiner Stelle gestellt werden. Der Mindestbetrag für die Erstattung beträgt 1.000 HRK.

Steuererhöhungen in Kroatien

Die Wirtschaftskrise zwingt auch die kroatische Regierung zur Verabschiedung eines Nachtragshaushalts, um die Löcher zu stopfen.

Dazu sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

  • Erhöhung des (Regel-) Mehrwertsteuersatzes von 22 auf 23 % schon ab dem 1.8.2009
  • Monatliche Einkommen zwischen 3.000 und 6.000 HRK werden mit einem um 2 % erhöhten Steuersatz der Einkommensteuer unterworfen
  • Für monatliche Einkommen über 6.000 HRK  erhöht sich der Einkommensteuersatz um 4 %
  • Schließlich wird ebenfalls ab dem 1.8.2009 eine 6 %-ige Verbrauchsteuer auf Mobiltelefone bzw. deren Tarife eingeführt.

Interessant ist vielleicht noch die Tatsache, dass diese Steuererhöhungen von der Regierung als „Solidaritätszuschlag“ verkauft werden. Bleibt die Frage, wie die ohnehin schwierige Wirtschaftslage diese Steuererhöhungen verträgt.

Kroatien zwischen Anspruch und Rechtswirklichkeit

Ein Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) geht dieser Tage durch die deutsche Presselandschaft.  Nachzulesen ist der Bericht z.B. in der Online-Ausgabe des SPIEGEL.

Darin werden schwere Vorwürfe von ausländischen Investoren (Hoteliers) erhoben, die sich über unfairen Wettbewerb in Kroatien beklagen. Für Insider enthält der Bericht allerdings nichts Neues. Die Kluft zwischen dem rechtlichen Anspruch – wir haben alle rechtlichen EU-Vorgaben erfüllt! – und der Rechtswirklichkeit ist seit langem bekannt.

Es wird immer und überall irgendwelche Schikanen gegen ausländische Investoren geben, die Frage ist nur, ob dies mit staatlicher bzw. lokalbehördlicher Billigung bzw. der geschieht oder nicht.

Dies nachzuweisen, dürfte in den genannten Fällen schwer sein. Was bleibt, ist jedoch ein fader Beigeschmack.

Buchhaltung in elektronischer Form in Kroatien

Durch die Ordnungsrichtlinie über die Form, den Inhalt,  die Frist und die Art der Zustellung von Geschäftsbüchern, Belegen und Berichten (Jahresabschlüssen), die im amtlichen Gesetzblatt 59/2009 veröffentlicht wurde und am 22. Mai 2009 in Kraft trat, wurden Einzelheiten für die Steuerpflichtigen hinsichtlich elektronischer Dokumente nunmehr endlich geregelt.

Dabei wurde vorab klargestellt, dass sich diese Ordnungsrichtlinie nicht auf Dokumente bezieht, die in Papierform vorliegen und eingescannt werden.

Der Steuerpflichtige muss danach für jedes Rechnersystem bzw. -programm eine verantwortliche Person bestimmen, welche Sicherheitskopien anfertigt und für die Wiederherstellung der gespeicherten Daten sorgt.

Auf Anforderung der Finanzverwaltung hat der Steuerpflichtige die Daten innerhalb von acht Tagen durch elektronische Übertragung zur Verfügung zu stellen, falls dies nicht möglich ist, können auch Datenträger wie USB-Sticks, DVD, CD oder 1,44 MB-Disketten – wer hat denn im Jahre 2009 noch so etwas? – eingereicht werden.

Wer noch immer rätselt, worum es hier eigentlich geht, dem gebe ich das Stichwort „digitale Betriebsprüfung„. Nicht nur deutsche Steuerbehörden können sich umständlich und gestelzt ausdrücken.