Südosteuropa-Tag bei der IHK Chemnitz

Am 12. März 2012 – von 10 bis 14 Uhr – veranstaltet die IHK Chemnitz einen Südost-europa-Tag zu den Ländern Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina. Die EU-Beitrittskandidaten bieten zahlreiche Investitions- und Kooperationsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen. Das Programm wird in einer Diskussionsveranstaltung von Außenhandelskammern, Regierungsvertretern und deutschen Unternehmern vor Ort präsentiert.
Nach der Veranstaltung besteht die Gelegenheit, zu einem persönlichen Gespräch mit den Referenten.
Es wird eine Gebühr von 25 € pro Teilnehmer erhoben, die Tagungsmaterialen etränke und einen Imbiss beinhaltet.

 

Sozialversicherungsrechtliche Unstimmigkeiten in Bosnien-Herzegowina

Das Sozialversicherungssystem von Bosnien-Herzegowina dürfte zu den schwächsten in Europa gehören. Trotz der hohen Beitragsätze sind die Leistungen der Kranken- und Rentenversicherung eher bescheiden, was angesichts des sehr ungünstigen Verhältnisses zwischen Erwerbstätigen und Rentnern wenig überrascht.

Da Angestellte von Gesellschaften aus dem Ausland in der Regel überdurchschnittliche Gehälter erhalten, was oft durch die dafür erforderlichen Fremdsprachenkenntnisse bedingt ist, gehören diese zu den wichtigeren Beitragszahlern. Leider wirken sich diese erhöhten Beiträge nicht immer vorteilhaft für die Versicherten aus. Eine Besonderheit des Rentensystems ist die Regelung, dass die Art des Beschäftigungsverhältnisses bestimmt, welche Anwartschaftszeit für die Rente zurückgelegt wird. Ein Halbtagsbeschäftigter mit einem Bruttoeinkommen von 1.000 KM zahlt zwar doppelt soviel Beiträge wie ein Ganztagsbeschäftigter mit 500 KM Gehalt, doch legt er nur die Hälfte der Zeit zur Rentenanwartschaft zurück.

Als Arbeitgeber sollte man also Verständnis für die Abneigung von Angestellten gegenüber Teilzeit-Arbeitsverhältnissen haben.

Steuern auf Immobilien in Bosnien-Herzegowina

Während in der Föderation BuH noch das alte Gesetz über den Verkehr mit Immobilien in Anwendung ist, hat die Entität der Republika Srpska bereits den ersten Schritt zur Reformierung der Immobilienbesteuerung getan.

Am weitesten mit der Reform fortgeschritten ist allerdings der Distrikt Brcko (der weder zur Föderation BuH noch zur RS) gehört). Dort wurde die Verkehrsteuer (Umsatzsteuer) auf Immobilien zum 31.12.2008 abgeschafft und durch eine Immobiliensteuer, die sowohl Grunderwerb- als auch Grundsteuer enthält, ersetzt. Aufgrund von Personalproblemen sind die Durchführungsbestimmungen aber noch nicht gänzlich geregelt, da eine aufwändige Marktwertermittlung aller Immobilien durchgeführt werden muss.

In der Serbenrepublik wurde Ende 2008 ebenfalls eine neues Immobiliensteuergesetz berabschiedet, das die Besteuerung von Immobilien vereinheitlichen soll. Derzeit wird an den Durchführungsbestimmungen dazu gearbeitet.

Lediglich in der größten Entität, der Föderation von Bosnien und Herzwgowina, haben die Reformbemühungen noch nicht zu einem neuen Immobiliensteuergesetz geführt. Mit der Einführung des neuen Gesetzes wird aber in Bälde gerechnet.

Einkommensteuergesetz der Föderation Bosnien und Herzegowina

Nachfolgend eine Kurzdarstellung des neuen Einkommensteuergesetzes der Föderation Bosnien und Herzegowina (FBuH),  das seit dem 1.1.2009 anzuwenden ist:

  1. Unbeschränkt steuerpflichtig sind ab 2009 Ansässige und Nichtansässige, die in der FBuH ihren Wohnsitz haben oder sich länger als 183 Tage – auch mit Unterbrechungen – dort aufhalten. Beschränkt steuerpflichtig sind natürliche Personen, die sich weniger als 183 Tage im Kalenderjahr dort aufhalten. Beschränkt Steuerpfliche unterliegen nur mit ihren Einkünften aus BuH der lokalen Besteuerung.
  2. Das neue Bruttogehalt (Bemessungsgrundlage) setzt sich zusammen aus:
    1. Bruttogehalt in Geld
    2. Geldwerte Vorteile in Form von Sachen und Dienstleistungen (der Wert bestimmt sich nach den Vorschriften für Eigenverbrauch im MWStG); z.B. mietfreie Wohnung, Pkw-Nutzung für private Zwecke, vergünstigte Kredite, Bewirtungen u.ä. seitens des Arbeitgebers
  3. Steuerfreier Auslagenersatz bis zu den Grenzen in der Odnungsrichtlinie zum Gewinnsteuergesetz bzw. in den entsprechenden Regierungsbeschlüssen:
    a)      Tagegelder (Verpflegungsmehraufwendungen) bei Dienstreisen
    b)      Nutzung des Privat-Pkw für betriebliche Zwecke
    c)      Fahrtkostenersatz zwischen Wohnung und Arbeitsstelle
    d)      Essenszuschuss am Arbeitsplatz und auf wechselnden Einsatzstellen
    e)      Abfindungen bei Pensionierung oder Kündigung
    f)       Zuschüsse für Arzt- und Beerdigungskosten des Arbeitnehmers bzw. eines engeren Familienmitglieds
    g)      Zuschüsse bei Betriebsjubiläen
  4. Der Steuersatz erhöht sich von 5 % auf 10 %, wobei die Bemessungsgrundlage nunmehr das oben dargestellte Bruttogehalt ist.
  5. Zusätzliche Werbungskosten kann der Arbeitnehmer in seiner jährlichen Einkommensteuererklärung geltend machen (wie z.B. Lebensversicherungsprämien, Krankheitskosten, Zinsen für selbstgenutze Eigentumswohnungen u.ä.)
  6. Die Sozialversicherungsbeiträge werden zukünftig unterteilt in Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge. Die Arbeitgeberbeiträge (insgesamt 10,5 %) hat der Arbeitgeber zusätzlich zum Bruttogehalt zu zahlen und abzuführen. Die Arbeitnehmerbeiträge (insgesamt 31 %) werden vom Bruttogehalt einbehalten.
  7. Eine Beispielsrechnung für ein fiktives Bruttogehalt von 2.288 KM sieht für einen unbeschränkt Steuerpflichtigen wie folgt aus:                    
      KM
    Arbeitgeberbelastung 2.528,24 €
    Arbeitgeberbeiträge SozV 240,24
    Bruttogehalt 2.288,00 €
    Arbeitnehmerbeiträge SozV – 709,28 €
    Bemessungsgrundlage ESt 1.578,72 €
    ESt (./. Grund-FB bei Ehegatte u. 2 Kindern – 768,72 €
    Abzuführende ESt (AG) 768,72 €
    Auszahlbares Nettogehalt 1.501,85 €
  8. Das neue Einkommensteuergesetz ist seit dem 1.1.2009 anwendbar und ersetzt die bisherige Doppelbesteuerung der Einkommen auf Entitäts- und Kantonsebene.