Sozialversicherungsrechtliche Unstimmigkeiten in Bosnien-Herzegowina

Das Sozialversicherungssystem von Bosnien-Herzegowina dürfte zu den schwächsten in Europa gehören. Trotz der hohen Beitragsätze sind die Leistungen der Kranken- und Rentenversicherung eher bescheiden, was angesichts des sehr ungünstigen Verhältnisses zwischen Erwerbstätigen und Rentnern wenig überrascht.

Da Angestellte von Gesellschaften aus dem Ausland in der Regel überdurchschnittliche Gehälter erhalten, was oft durch die dafür erforderlichen Fremdsprachenkenntnisse bedingt ist, gehören diese zu den wichtigeren Beitragszahlern. Leider wirken sich diese erhöhten Beiträge nicht immer vorteilhaft für die Versicherten aus. Eine Besonderheit des Rentensystems ist die Regelung, dass die Art des Beschäftigungsverhältnisses bestimmt, welche Anwartschaftszeit für die Rente zurückgelegt wird. Ein Halbtagsbeschäftigter mit einem Bruttoeinkommen von 1.000 KM zahlt zwar doppelt soviel Beiträge wie ein Ganztagsbeschäftigter mit 500 KM Gehalt, doch legt er nur die Hälfte der Zeit zur Rentenanwartschaft zurück.

Als Arbeitgeber sollte man also Verständnis für die Abneigung von Angestellten gegenüber Teilzeit-Arbeitsverhältnissen haben.

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